Dienstag, 28 März 2017
 


 

 
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Kössler Konzert in der Pfarkkirche PDF Drucken E-Mail

Uschi Steppert, Sopran
Kar-Heinz Kuhl, Klavier &
Sinfonietta Bayreuth












































Einfach schön romantisch


(von  Nicola Rupprecht)

Einfach war es nicht, eine Konzertreihe zum 160.Geburtstag von Hans von Koessler zu starten, das konnte man den Worten des Vorsitzenden des Heimat- und Kulturvereins Waldeck, Georg Wagner, entnehmen und aus den vielen Dankesbezeugungen erahnen, die ein solch großes Ereignis „in der Provinz“ zuließ . Aber die viele  Arbeit und Organisation, die der Verein in den vergangenen Monaten geleistet hatte, hat sich wahrhaft gelohnt. Begeisterter, verdienter Applaus  schon zu Beginn des Konzerts in der voll besetzten Pfarrkirche.


Hans von Koessler ist einer der romantischen Komponisten, der gänzlich  unverdient über viele Jahre vergessen wurde. Mit heiterer Gelassenheit nahm er es hin, dass er „als Komponist einfach ein bisschen zu spät“ geboren wurde, wie er in seiner Autobiographie schreibt. 
Sein Heimatort Waldeck, wo er im Jahre 1853 als Sohn des Dorfschullehrers geboren wurde, ehrt  ihn in diesem Jahr mit drei besonderen Konzerten.


Wundervolle Melodien erfinden, die jeden Zuhörer noch heute vom ersten Ton an ganz und gar erfassen, das konnte er wirklich. Und ebenso die Interpreten Uschi Steppert, Sopran, Karl-Heinz Kuhl, Klavier und die Sinfonietta Bayreuth unter der Leitung von Albert Hubert. 


Damit gelang diesen Künstlern am Sonntag etwas, was viel zu selten  in Kammermusikkonzerten entsteht: Eine musikalische Brücke zu bauen zwischen der Vergangenheit und der Gegenwart, ohne dabei sentimental, harmlos oder protzig zu werden. 


Stepperts heller Sopran brachte die Waldecker Pfarrkirche gleich zu Anfang mit den im besten Sinne romantischen Liedern „Herbst“ „Erwartung“ und „Mein Engel“ aus der Feder des Jubilars zum Strahlen. Der imposante schwarze Flügel, der den Chorraum der Stadtpfarrkirche  eigens für diesen Abend schmückte, erklang nicht nur gut abgestimmt und facettenreich als Begleiter, sondern  auch solo bei einer  „Elegie“, die Karl- Heinz Kuhl ganz als Phantasiestück verstand und dadurch einfach und schön mit dem Raum in Korrespondenz treten ließ. Max Regers bekanntes „Mariä Wiegenlied“ und der klare Sopran Stepperts zauberte die Romantik in die barocke Kulisse.  


Auch das virtuose Allegro aus Koesslers  e-Moll- Sonate für Violine und Klavier, mit inniger Empfindung und herrlicher Musikalität von Albert Hubert interpretiert, kongenial ergänzt durch den Pianisten, schien von Koessler wie geschaffen für die Akustik dieses Raumes. 


Eine besondere Entdeckung war dann das Streichquartett in g-Moll, das die vier Huberts herrlich beweglich, farbenreich und wunderbar dem romantischen Klangideal verpflichtet musizierten. 
Humorvoll und  mit einem Augenzwinkern sang Uschi Steppert mit schlanker Stimme auch vom übervollen Herz, das springt vor Glück. Gefühlsbetont und  innig bei den „Kammergesängen“, die im Dialog mit dem Klavier genau empfunden und romantisch ausgelegt waren. 


Nicht zuletzt immer dann, wenn die Sinfonietta Bayreuth und Uschi Steppert gemeinsam zu hören waren, so  auch bei der Zugabe „Am Abend“ wurde freilich die große Meisterschaft Hans von Koesslers besonders deutlich: Die Vielfalt an Klangfarben, die große musikalische Bandbreite und die eingängigen Melodien “im Volkston“ erzeugten eine sofortige  Resonanz bei allen Beteiligten und man spürte, hier trug sich gerade wirklich Kunst zu - die  Wiederentdeckung eines echten Juwels aus der Romantik. 


Die Hommage an Koessler wäre unvollständig, wären nicht auch seine berühmtesten Schüler Bela Bartok und Zoltan Kodály zu hören gewesen.  Bei Bartok konnte man den Humor seines Lehrers erkennen und die Bearbeitung eines bekannten Chorwerks von Kodály  bereicherte das Programm. 
Mit Brahms' Ungarischem Tanz. Nr. 5 in einer schwungvollen Fassung nahm das Streichquartett Hubert gleichzeitig einen klangvollen Ausblick auf das nächste Konzert im Jubiläumsjahr: am 27. Oktober ist der gemischte Chor Cantabile Chorwerkstatt Bayreuth mit Werken von Koessler und den Zigeunerliedern von Johannes Brahms zu hören.


Initiator Josef Brunner bedankte sich am Schluss bei den Künstlerinnen, den Organisatoren und den Sponsoren, ohne die dieser romantische Musikabend nicht möglich gewesen wäre. Einfach schön.


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