Samstag, 16 Dezember 2017
 


 

 
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Hans von Kössler
Hans von Kössler
In Ungarn gelangte der Oberpfälzer Hans v. Kößler durch seine Tätigkeit als Professor für Orgelspiel und Kompositionen an der königlich ungarischen Musikakademie in Budapest zu großer Berühmtheit.

Daß er in seiner Heimat fast völlig unbekannt geblieben ist, mag an dem Umstande gelegen haben, daß er mehr als drei Jahrzehnte seines Lebens in Ungarn verbrachte und dort das musikalische Schaffen eines ganzen Landes maßgeblich mitprägte.

Die meisten Komponisten Ungarns von denen heute die Welt spricht gingen durch seine Schule, wie Bela Bartok - Ernst v. Dohnanyi- Erwin Lendvai - Fritz Reiner - Zoltan Kodaly und die Operettenkomponisten Emerich Kalman und Stefanides.

Geboren wurde Hans v. Kößler am 1. Januar 1853 in Waldeck in der bayerischen Oberpfalz. Seine gründliche Ausbildung erhielt er bei Rheinberger in Theorie und Komposition und bei Fanz Wüllner in Chorgesang. Letzterer zog ihn 1878 nach Dresden nach wo er den Theorieuntericht und die Chorklasse am dortigen Konservatorium übernahm, nebenbei betreute er als Dirigent die legendäre Dresdener Liedertafel. Bei dem internationalen Gesangswettstreit im August 1880 in Köln hatte Kößler mit seinen Sängern solche Erfolge, daß der Kölner Theaterdirektor ihn las Chordirektor und Kapellmeister verpflichtete. Der Theaterbetrieb lief der Gründlichkeit Kößler zuwider, so daß es ihm sehr gelegen kam, als er 1882 den Ruf an die ungarische Landesakademie erhielt, Köln wieder zu verlassen.

Bei der Pensionierung 1908 erhielt er für seine großen Verdienste um die Musik Ungarns den Orden der "Eisernen Krone".

Ab jetzt führte er ein richigtes Wanderleben. Als großer Naturfreund suchte er sich im Sommer immer schon gelegene Orte aus, wie Wunsiedel, Coburg, Potsdam und verschiedentlich auch seinen Heimatort Waldeck. Im Winter aber weilte er gerne in großen Städten, besonders in Berlin. Junggeselle geblieben, lebte er wie ein Student. Das brachte es mit sich, daß er seine immer zahlreicher werdenden Kompositionen nicht mehr bei sich behalten konnte. So kam es, daß er oft nach vielen Umzügen gar nicht mehr wusste, wo er seine Werke gelassen hatte. Unter seinen vielen Werken befinden sich drei Symphonien - große Kammermusik und Chorwerke - eine Volksoper und unzählige Lieder.

Hans v. Kößler starb am 23. Mai 1926 in Ansbach.