Montag, 20 November 2017
 


 

 
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Glücksfall für Waldeck: preisgekrönter Chor „Cantabile Regensburg“ singt Koessler PDF Drucken E-Mail
Am Sonntag, den 7. Juni findet um 17 Uhr in der Pfarrkirche Waldeck das lange mit Vorfreude erwartete Koessler-Konzert mit dem Chor Cantabile Regensburg statt.

Als Gewinner des 1. Preises im Bayerischen Chorwettbewerb 2013 und Preisträger auch des Deutschen Chorwettbewerbs 2014 zählt Cantabile Regensburg zu den Aushängeschildern der deutschen Chorszene. Der junge Kammerchor singt epochen- und stilgerecht A-cappella-Literatur von der Renaissance bis zur Moderne und überzeugt durch seinen homogenen Chorklang, der in Fachkreisen vielfach gelobt wird. Zahlreiche Auszeichnungen bei renommierten Wettbewerben im In- und Ausland sowie mehrere CD-Veröffentlichungen belegen das hohe Niveau des Ensembles.

Cantabile Regensburg steht seit 2002 unter der Leitung von Matthias Beckert, der als Professor für Chorleitung an der Hochschule für Musik in Würzburg lehrt.


Einen Vorgeschmack auf das Koessler-Konzert am 7. Juni in Waldeck gab der Chor „Cantabile Regensburg“ am Pfingstsonntag im „Wittelsbacher Saal“ in Ensdorf bei Amberg.

Hier der Erfahrungsbericht eines Zuhörers:
"Durch die Eingangstür des Saals zieht der Chor ein. Ein Mann nach dem anderen. Eine Zuhörerin flüstert: „Ist das denn ein Männerchor?“ Nach 27 Männern – inklusive Chorleiter Professor Matthias Beckert – schließlich die erste Frau. Die Chorfrauen sind am heutigen Konzertabend tatsächlich knapp in der  Minderzahl. Insgesamt steht schließlich eine blutjunge Truppe vorne: Durchschnittsalter der Sängerinnen und Sänger geschätzt um die 30. – Welcher Chorleiter würde nicht gerne mit dem Würzburger Musikprofessor tauschen?
Die „Neun Lieder für gemischten Chor, a capella“ werden beschwingt vorgetragen, die abwechslungsreichen Melodien in einem Bogen in übergangsloser Dynamik vom feinen Pianissimo bis zum klangvollen Fortissimo - wie es der Komponist mit Bedacht vorgibt - von Beckert klar und lebendig gestaltet, vom Chor auch harmonisch sicher umgesetzt. Zwischen den Liedern Zitate aus Koesslers Biographie, die diesen nicht nur als ernsten Menschen, sondern durchaus auch als Mann mit Selbstironie und Humor charakterisieren.
Religiöse und andere ernste Texte fehlen dabei nicht unter den Vertonungen des Waldecker Komponisten Hans von Koessler. Vor der Pause werden solche in Form von Männerchorstücken dargeboten. „Salvum fac regem“ wurde „zum Namensfeste der Kaiserin und Königin Elisabeth“ – uns besser bekannt als „Sissi“ – komponiert und von Koessler „ausschließlich für den Gebrauch in Gödöllö vorgesehen“ – er mag es verzeihen, dass es auch in Ensdorf und Waldeck gesungen wird. Anschließend die im Minnelied-Stil komponierten Stücke „Mein Herz das ist betrübet sehr“, „Gesegne dich Gott“ und „In einem Rosengärtelein“. Mit Tränen in den Augen kommentiert eine Zuhörerin: „Das erinnert mich an meinen Vater. Der sang in einem Männerchor…“


Nach der Pause – die Chorfrauen sind wieder mit den Männern eingezogen und haben sich vor diesen wie in einer Perlenkette aufgereiht - geht es weiter: mit dem Hymnus „Victoria! Surrexit nostra gloria!“ (das Notenmaterial dafür hat sich der Beckert direkt aus Budapest verschafft) und dem „Psalm 51“ - vom Chor mit sichtbarer innerlich lebendiger Beteiligung vorgetragen.

Anschließend die „Drei ernsten Chöre“: 1. Das „Gebet auf den Wassern“, pulsierend, wie ein lebendiger Organismus gestaltet, wird passender Weise vom Glockenschlag der Kirchturmuhr begleitet. 2. Das Lied „Heimatlos“ hat, wie Prof. Beckert bemerkt, viel mit Koesslers eigener Biographie zu tun, lebte er doch mehr als 30 Jahre fern der Heimat im ungarischen Budapest. 3. Die „Hymne an die Nacht“, in der die Sternennacht in metaphorischer Weise als wachendes Auge mystifiziert wird, beschließt die „Drei ernsten Chöre“ - und auch das Konzert, welches mit eineinhalb Stunden Gesamtdauer doch immer kurzweilig bleibt. Es macht Lust auf: „Noch mal! Es macht Lust auf: „Mehr davon!“.


In einer Pressestimme über das Konzert heißt es: "
"Werke Koesslers virtuos interpretiert
Ob sakrale oder romantische Lieder: Der Chor "Cantabile" beeindruckte in Ensdorf mit der Musik des Oberpfälzer Komponisten.

Ensdorf Ein Chor der Extraklasse bot am Pfingstsonntag ein Konzert mit außergewöhnlichem Hörgenuss: Das renommierte Vokalensemble "Cantabile Regensburg" unter Leitung von Matthias Beckert war in Ensdorf zu Gast.
[...]"


Mittelbayerische Zeitung vom 26.5.2015
:
"Witziger Weise stehen Waldeck und Ensdorf bereits in einem geschichtlichen Zusammenhang: Graf Friedrich III. von Hopfenohe-Pettendorf-Lengenfeld – der erste urkundlich erwähnte Burgherr der Burg Waldeck in der Oberpfalz - wünschte eine Klostergründung in Ensdorf, die als Grablege für ihn und seine Familie dienen konnte. Durch seinen frühen Tod (1119) konnte er selbst seinen Plan nicht mehr ausführen, aber Pfalzgraf Otto (von Wittelsbach) und Heilika Graf Friedrichs Tochter führten als Erben der reichen Besitzungen des Grafen dessen letzten Willen aus. Und im mehr als voll besetzten Wittelsbacher Saal genau dieses Klosters fand das genannte Koessler-Konzert statt.

Beim Konzert in Waldeck wird das Programm von Ensdorf noch um Koesslers preisgekrönten Psalm 46 ergänzt. Es wird sich ebenfalls in zwei Teile gliedern mit einer Pause dazwischen, in der es Getränke in einem eigens vor der Pfarrkirche aufgestellten Pavillon geben wird.



Auf Wiedersehen am 7. Juni in der Pfarrkirche „St. Johannes Nepomuk“ in Waldeck. Konzertbeginn: 17 Uhr (Einlass ab 16 Uhr).
"

Karten für das Konzert gibt es noch im Vorverkauf beim Hotel „Hollerhöfe“ der Familie Zintl in Waldeck, bei okticket, sowie an der Abendkasse.

Von 31.7.-4.8. wird der Chor in der Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt auf dem Adlersberg bei Regensburg eine CD aufnehmen. Erklärtes Ziel: Koesslers gesamtes Chorschaffen auf CD zu bannen. Beim Konzert in Waldeck können bereits Exemplare der CD vorbestellt werden.

Josef Brunner

Chor "Cantabile Regensburg" singt Kössler am Sonntag 7. Juni Waldeck PDF Drucken E-Mail
 
Der Chor "Cantabile Regensburg" präsentiert Werke des Waldecker Komponisten Hans von Koessler. Am Sonntag, 7. Juni, um 17 Uhr gastieren die Sänger in der Pfarrkirche St. Johannes Nepomuk in Waldeck. Seit 2002 singt der Chor unter der Leitung von Professor Matthias Beckert. Seither hat zeitgenössische Chormusik im Repertoire des Kammerchores besonderen Stellenwert. Zahlreiche Mitschnitte dokumentieren das Niveau. Demnächst soll es Aufnahmen mit Koessler-Werken unter der Regie des Bayerischen Rundfunks geben. Die Kontakte zum Chor hat Josef Brunner hergestellt. Der Vorverkauf bei Familie Zintl in den Hollerhöfen in Waldeck und OK-Ticket läuft.


Cantabile singt Koessler: Regensburger Chor bringt Komponisten in seine Heimat. Der Chor "Cantabile Regensburg" präsentiert Werke des Waldecker Komponisten Hans von Koessler. Am Sonntag, 7. Juni, um 17 Uhr gastieren die Sänger in der Pfarrkirche St. Johannes Nepomuk in Waldeck. Seit 2002 singt der Chor unter der Leitung von Professor Matthias Beckert. Seither hat zeitgenössische Chormusik im Repertoire des Kammerchores besonderen Stellenwert. Zahlreiche Mitschnitte dokumentieren das Niveau. Demnächst soll es Aufnahmen mit Koessler-Werken unter der Regie des Bayerischen Rundfunks geben. Die Kontakte zum Chor hat Josef Brunner hergestellt.

(Der Neue Tage, 08.04.2015, Hans Lukas)


Zum Chor:

Cantabile Regensburg präsentiert epochen- und stilgerecht A-cappella-Literatur von der Re­naissance bis zur Moderne. Zahlreiche Auszeichnungen bei renommierten Wettbewerben im In- und Ausland belegen das hohe Niveau des Ensembles: Der jüngste Erfolg gelang dem Ensemble mit einem „hervorragenden Erfolg“ und einem 3. Preis beim Deutschen Chorwettbewerb 2014 in Wei­mar, für den sich der Chor bereits im Herbst 2013 beim Bayerischen Chorwettbewerb mit einem 1. Preis qualifizieren konnte.

Zahlreiche CD-Einspielungen dokumentieren das hohe musikalische Niveau, darunter v. a. Erstein­spielungen zeitgenössischer Komponisten wie „Heinz Werner Zimmermann – Chorwerke“ und eine Einspielung mit Werken des Münchner Komponisten Wolfram Buchenberg in Koproduktion mit dem Bayerischen Rundfunk, der auch bei der nächsten CD-Produktion mit dem Chorwerk des Oberpfälzer Komponisten Hans Koeßler beteiligt ist.


Rezensionen

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"Wie immer sicher im Zugriff auf Qualität hatten die Gesellschaft der Musikfreunde für ihren Passauer Konzertwinter das außerordentliche Ensemble Cantabile unter der Leitung von Matthias Beckert zum Weihnachtskonzert geladen: Es vermittelte auf allerhöchstem vokalmusikalischen Niveau all das was, was Menschen außerhalb des Trubels mit der echten Bedeutung des Weihnachtsfestes verbinden kann!" (Passauer Neue Presse)

"Exzellent, virtuos und stimmgewaltig interpretierte „Cantabile Regensburg“ unter Leitung von Professor Matthias Beckert die Werke. Das begeisterte Publikum in Ensdorf „erzwang“ drei Zugaben, darunter „There is an old belief“ von Hubert Parry (1848 bis 1918). Die exzellente und außergewöhnliche Klasse des Chores „Cantabile Regensburg“ kam in der hervorragenden Akustik der barocken Kirche St. Jakobus – wie auch bei anderen Konzerten und Musikeinspielungen schon – voll zur Geltung. Das Konzert war für Kenner ein wahrer Hochgenuss!" (Mittelbayerische)

"Höchste Professionalität ist Kennzeichen des Cantabile Regensburg geleitet von Matthias Beckert. Staunend und fasziniert folgten die Hörer der Perfektion in allen Stimmen."(Allgäuer Zeitung)

"Matthias Beckert dirigiert mit Verve das Vokalensemble Cantabile. Die Regensburger Sängerinnen und Sänger bewiesen in der Klosterkirche, dass sie zurecht den besten Chören Deutschlands zugerechnet werden." (Nürnberger Nachrichten)

Bericht - Uraufführung und Ausstellung PDF Drucken E-Mail
aus der Zeitung "Nordbayerischer Kurier" vom 30. Dezember 2013 (Hans Lukas)
Uraufführung und Ausstellung PDF Drucken E-Mail
Sein Werk war ein halbes Jahrhundert fast vergessen, bis ein Herr namens J. N. Forkel eine Biographie über ihn schrieb. Mehr als 25 weitere Jahre dauerte es, bis seine Musik in der breiten Öffentlichkeit wirklich bekannt und mehr und mehr zum geschichtlichen Besitz des deutschen und europäischen Musiklebens wurde. Die Rede ist von …Johann Sebastian Bach. Ich zitierte – zunächst ohne Namen – aus Europäische Musik in Schlaglichtern, erschienen 1990 im Meyers Lexikon Verlag.

Eine Parallele von Bach zu Koessler zu ziehen und eine ähnliche Entwicklung dessen Werkes wie des Werkes von Bach Anfang des 19. Jahrhunderts zu erwarten, wäre vermessen. Dennoch haben wir vom Heimat- und Kulturverein Waldeck es uns zum Ziel gesetzt, die Musik Hans von Koesslers wieder einer breiteren Öffentlichkeit zugänglich zu machen.

Bei mir persönlich begann die Leidenschaft für Koessler spätestens vor 5 Jahren - als die 1000-Jahrfeier der Stadt Kemnath bevor stand. Da dachte ich schon: das könnte eine Gelegenheit sein, die Musik des berühmtesten Sohnes Waldecks, Hans von Koesslers, erklingen zu lassen in einem Konzert in diesem Jahr. Nun: auf dem Waldecker Schlossberg fand ein tolles Ritterfest statt – aber im Markt kein einziges Koessler-Konzert.

Die nächste Gelegenheit bildete ein runder Geburtstag Koesslers: der 160. Ich sprach beim Vorstand vor. Man war dankbar dafür, dass es jemand übernahm, der schon durch seine Chormusikleidenschaft bekannt war: vom Waldecker Kirchenchor und – bei einigen auch – von der Chorgemeinschaft St. Georg Pressath her.

Auf diesem Wege danke ich vor allem den beiden Vorständen des Heimat- und Kulturvereins Waldeck, Herrn Georg Wagner und Herrn Leonhard Zintl und ihrem starken Team sehr für die wohlwollende, geduldige und fleißige Begleitung meiner Ideen und Vorschläge im Koessler-Jahr 2013, in dem es sich zum 160. Mal jährt, dass der große Kompositionslehrer der ungarischen Komponistenelite des 20. Jahrhunderts in Waldeck das Licht der Welt erblickte.

Sicher war es nicht immer leicht, meinen Ideen zu folgen. Sicher glaubten manche: „Der Brunner, der spinnt. Der träumt bestimmt nachts noch von Koessler.“ – Stimmt. Manchmal war das so. Als das Werk nämlich begonnen war. In der Vorbereitung dieses Tages – mit Vernissage und Uraufführung – kamen –ehrlich gesagt - noch ein paar Alpträume hinzu.

Doch das Glück war mir hold. Ich konnte sehr gute Musiker für die Konzerte gewinnen: Uschi Steppert, Karl-Heinz Kuhl, die sinfonietta franconica – deren Herzstück heute hier ist (das Streichquartett Hubert), die Chorwerkstatt Cantabile aus Bayreuth, wo ich beim Konzert in Bayreuth mitsingen durfte und – dank Julia Bäß, des „Groupies“ der Singphoniker in meinem Freundeskreis – die Singphoniker!
Die Ausstellung, die Sie um sich herum aufgebaut sehen, soll bewusst machen, was alles in diesem Jahr zu Koesslers Gedenken geschehen ist.

Konzerte in Ansbach – hier ergeht in Abwesenheit herzlicher Dank an Frau Gunda Schricker-, Konzerte in Bayreuth, Coburg, Eschenbach, Grafenwöhr, Kemnath, Parkstein Pegnitz und natürlich in Waldeck, in denen die Musik Koesslers den Löwenanteil bildeten oder auch nur eines oder zwei Stücke von ihm zur Aufführung kamen. Was Waldeck betrifft, danke ich allen freiwilligen Helfern im Vorder- und Hintergrund, besonders aber Pfarrer Stretz für die stets dienstbare Begleitung. Vergelt’s Gott, Herr Pfarrer Stretz.

Die Noten hinter den Stellwänden und der Vitrine zu Ihrer Linken sind ein Teil der Koessler-Werke, die heuer musiziert wurden. Dieser Erfolg macht mich sehr froh.

Nimmt man die Reise des Ansbacher Kammerchores mit seinem Leiter, Herrn Kirchenmusikdirektor Rainer Goede hinzu, so erstrecken sich die konzertanten Aufführungen von Koesslers Werken im Jahr 2013 über die Grenzen Bayerns hinaus tief in den Norden und Osten Deutschlands.

Kleine Papier-Menschenfiguren, welche zu den Konzertterminen und –orten auf den Schautafeln abgebildet, sind gewähren einen Einblick in die Zuhörerzahl: eine Menschenfigur steht für ca. 10 Besucher.

Zwei Vitrinen stehen am Abschluss der Stellwandreihen. Sie enthalten Koessler-Originalwerke – teils handschriftlich! Hier Danke ich der Familie Bothner und Gerhard Dumler, sowie Herrn Professor Wilhelm Walter aus Brannenburg.

In der linken Vitrine zu sehen: neuere Notendrucke und CDs aus den letzten beiden Jahrzehnten. Im Jahr 2010 wurden zwei Koessler-Werke veröffentlicht und heuer ebenso zwei: von Herrn Forster herausgegeben wurde die Allerseelen-Elegie für Oboe und Orgel und heute – als Uraufführung – Koesslers III. Streichquartett f-moll.

Der Druck des Streichquartetts f-moll entstand in diesem Jahr. Ich danke Herrn Harry Stalke für den Hinweis auf ein gutes Notensatz-Computerprogramm und vor allem Nicola Rupprecht für die vielen Stunden gedanklicher und auch tätiger Mitvorbereitungsarbeit sowohl an der Ausstellung, als auch an der Vorbereitung der heutigen Uraufführung. Ohne sie hätte ich an mancher Stelle nicht weiter gewusst, welche Musik Koessler im dritten Streichquartett eigentlich schreiben wollte. Einige Details dazu sind in der von Ihnen aus gesehen linken Vitrine in der Mitte dargestellt mit dem Ausdruck der Originalnoten von der Staatsbibliothek Berlin und den heuer neu erschienenen Noten.

Viel Freude bei der Rückschau in das Koessler-Jahr 2013, beim Betrachten der Bilder und Noten, beim Erfahren einiger Neuigkeiten und vor allem jetzt bei der Uraufführung.

Ich danke für die Aufmerksamkeit bei meiner Vorrede und für die Stille bei der Uraufführung, welche aufgenommen wird.

(Josef Brunner)

Uraufführung und Ausstellung

 
 
 




     



     



     



     



     

 
Bildbeschreibungen:
1 Tag vor der Eröffnung: Stellwand „Koessler in Bildern“ und Stellwand „Konzert in Waldeck“ im Spiegelsaal des Alten Schulhauses in Waldeck.
2 Koesslers Familie und Koesslers Schüler des Jahrganges 1906 in Budapest
3 Im Koessler-Jahr 2013 musizierte Koessler-Noten
4 Dr. Piontek im Gespräch mit J. Brunner
5 Hans Lukas und Dr. Piontek unterhalten sich mit J. Brunner
6 Künstler begutachten Noten: Bernhard Forster aus Coburg und Katharine Hubert aus Bayreuth
7 Koessler-Verwandte: Familie Schaumberger
8 Besucherin vor der Stellwand „Singphoniker-Konzert“
9 Besucherin vor der Vitrine „CDs und Notenausgaben der letzten Jahre“ – incl. Noten des Uraufführungs-Stücks
10 Besucher setzen sich mit der Entstehung des Neudrucks des „III. Streichquartetts“ auseinander
11 Blick auf den Ausstellungsraum
12 Besucher aus Bayreuth
13 Im Gespräch mit Landrat Lippert
14 Musik-Fachgespräch: Dr. Piontek und Josef Zaglmann
15 Prominente Besucher: Bürgermeister Werner Nickl, Kemnath, und Kreisrat Toni Dutz



Programm

Am Abend“ Hans von Kossler (Forster/Rupprecht)

Begrüßung der Ehrengäste (Georg Wagner 1. Vorsitzender HuK Waldeck )

Vorrede (Josef Brunner)

Uraufführung III. Streichquartett Streichquartett Hans von Koesslers (Hubert)

Eröffnung der Vernissage mit Georg Wagner

Sektanstoß

Eintrag ins Gästebuch



PIONTEKs Bayreuth PDF Drucken E-Mail








Beyreut hat nicht nur die Richard-Wagner-Festspiele der Schwestern, sondern auch darüber hinaus ein reges Musikkulturleben. Davon berichtet regelmäßig der Bayreuther Redakteur Dr. Frank Piontek. im Folgenden berichtet er in "Der Opernfreund" über Hans von Kössler.


Die schöne Musik eines Unzeitgemäßen
Uraufführung des 3. Streichquartetts von Hans von Koessler


„Mit heiterer Gelassenheit und ohne jede Verlegenheit musste ich feststellen, dass ich als Komponist eben zu spät auf die Welt gekommen bin. Das Komponieren ließ ich aber deswegen doch nicht sein.“

Ein Zeugnis eben dieses unzeitgemäßen Komponierens konnten die zahlreichen Besucher der Vernissage im Alten Schulhaus von Waldeck erleben, wo das Hans-von-Koessler-Jahr mit einer späten Uraufführung zu Ende ging. Was für Leipzig Wagner, ist für Waldeck Koessler – ein Meister, der vor 160 Jahren zufällig hier geboren wurde und in die Welt hinaus ging, um dort berühmt zu werden. Zumindest in Ungarn kennt und schätzt man ihn noch, weil seine Lehre – über seine berühmten Schüler Kalman, Bartok und Kodaly hinaus – bis heute fortwirkt: den ehemaligen, langjährigen Professor für Komposition an der Budapester Musikakademie, der einst ein Franz Liszt vorstand. Dass Koessler, der übrigens ein Vetter Max Regers war, inzwischen auch in Waldeck, um Waldeck herum, ja sogar weit oben im Norden Deutschlands nicht mehr unbekannt ist, ist vor allem dem örtlichen Heimat- und Kulturverein zu danken – und dem ungemein rührigen spiritus rector, Josef Brunner, der, kurz vor Toresschluss, während der Vernissage der Koessler-Ausstellung ein bis dato nur als Manuskript überliefertes Werk zum Klingen bringen ließ. Auch in Bayreuth konnte man in diesem Jahr Werke des honorigen Meisters hören, als der Bayreuther Chor „Cantabile“ einige Sätze Koesslers in die Stadt brachte (und vom harmonischen Reichtum dieser Musik nichts als bereichert wurde, wie die Chorleiterin Nicola Rupprecht bemerkte).

In Waldeck spielte nun das Streichquartett der Familie Hubert – sozusagen der Kern der Bayreuther „Sinfonietta“ - das dritte Streichquartett in f-Moll, das Brunner zusammen mit Nicola Rupprecht aus dem Manuskript in der Berliner Staatsbibliothek transkribiert und herausgegeben hat. Wann wird schon einmal das Streichquartett eines zu Unrecht vergessenen Komponisten dieses handwerklichen Ranges, der unmittelbar mit weltberühmten Komponisten verbunden ist, in der Anwesenheit eines Landrats, eines Kreisbezirksrats, eines Bürgermeisters und eines Kreisheimatpflegers uraufgeführt? Man ist ehrlich – und bewegt: zwar könne er (sagt Wolfgang Lippert, der Landrat von Tirschenreuth), mit klassischer Musik wenig anfangen – aber diese Musik habe auch ihn in den Bann gezogen. Kein Wunder: die Huberts spielen, mit größtem Nachdruck, einen nuancenreichen Satz, der wie ein Trauermarsch beginnt, sich in süßer Lyrik ergießt, um schließlich in energisch vorwärts treibendem Sechsachtelrhythmus den Hörer zu packen. Selbst ein zarter Anklang an das Siegfried-Idyll fehlt nicht. Wann wurde diese Musik geschrieben? Das sagt sich nicht; sie hätte vom Traditionalisten 1880 wie 1920 geschrieben sein können. Allein: Ist die Frage angesichts der Qualität dieser Musik wichtig?

Ist Waldeck, dieser kleine Ort, nicht „Provinz“? An Tagen wie dieser wird der abwertende Begriff ad absurdum geführt. Es gibt keine Provinz - höchstens im Kopf.

Der Musikfreund hofft zuletzt, dass das Koessler-Jahr nur der Anstoß für viele weitere Koessler-Aufführungen war. Er und seine Zuhörer hätten es verdient.

(Frank Piontek)


Kössler Geburtshaus in Waldeck

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